WebTV läuft IPTV den Rang ab
Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von der Unternehmensberatung Roland Berger. Demnach haben die kostenpflichtigen IPTV Dienste á la Maxdome nur eine Chance, wenn sie langfristig WebTV imitieren. Der Nutzer wird auch in Zukunft wenig Bereitschaft an den Tag legen für Content zu bezahlen. Deshalb gehört werbefinanzierten Plattformen wie Hulu die Zukunft:
“WebTV wird größtenteils kostenfrei bleiben
Langfristig wird WebTV aus Verbrauchersicht sogar vollständig mit IPTV verschmelzen. Steigende Bandbreiten ermöglichen bessere Bildqualität von WebTV. Gleichzeitig integrieren IPTV-Anbieter zunehmend Browser-Funktionen in ihr Angebot. Zwar ist WebTV prädestiniert für Premium- und Qualitäts-Inhalte für Nischensegmente. Aber der überwiegende Teil des Angebots wird auch künftig wahrscheinlich kostenlos bleiben. “Werbefinanzierte Revenue-Share Modelle für teure Premium-Libraries sind in den USA bereits Realität und werden aus Konsumentensicht bald zum Standard”, erwartet Felix Iblher, Telekommunikationsexperte bei Roland Berger. “Die Bereitschaft der Verbraucher, für Inhalte zu zahlen, wird deshalb abnehmen. Gleichzeitig wird die Werbeakzeptanz in dem Maße zunehmen, wie die Formate aufgrund personalisierter Zielgruppenansprache subtiler und relevanter werden.” Im Vergleich zum traditionellen Fernsehen wird der Werbeanteil jedoch gering bleiben, wobei die höheren Preise (Cost per Impression) die geringere Durchdringung ausgleichen können.
Medienunternehmen und Telekommunikationsanbieter müssen jetzt reagieren
Medienunternehmen müssen sich für eine klare medienübergreifende Strategie entscheiden. “Mögliche Strategien sind u.a. konvergierte WebTV-Produkte zur besseren Markenausschöpfung sowie schnellere Marktdurchdringung und dynamischeres Wachstum durch gezielte Akquisitionen”, erläutert Mogg. Aktuelle Entwicklungen im WebTV setzt die Medienunternehmen unter Positionierungsdruck: Sie müssen sich gegen die neuen Wettbewerber durchsetzen, die die lange ersehnten Erträge aus IPTV-Abonnements und Video-on-Demand gefährden können. “Die strategischen Optionen reichen von Kooperation über Imitation bis hin zu Verteidigung”, sagt Mogg.
Die Studienergebnisse können in neun Kernaussagen zusammengefasst werden:
- WebTV spielt bereits heute eine Schlüsselrolle im Web Entertainment.
- WebTV-Konsumenten sind wirtschaftlich sehr attraktiv.
- User Generated Content ist zwar noch lange nicht tot, aber kommerzielle (Premium-) Content-Angebote sind auf dem Vormarsch.
- Der größte Teil des WebTV-Angebots dürfte auch in Zukunft kostenlos bleiben.
- Kurze Formate und bedarfsweiser Zugang werden dafür sorgen, dass WebTV zügig Einzug in mobile Endgeräte findet.
- Durch integrierte Endgeräte wird WebTV zu einem festen Bestandteil des Home Entertainment.
- WebTV wird den etablierten TV-Playern direkt Konkurrenz machen, sobald es auch auf dem Fernseher verfügbar ist.
- WebTV wird langfristig mit IPTV verschmelzen.
- Traditionelle Medienunternehmen und Telekommunikationsanbieter müssen jetzt reagieren, um zu verhindern, dass WebTV-Unternehmen ihre Marken beim Verbraucher zu sehr etablieren.“


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