Wie Heise Online berichtet, ergab die jüngste Delphistudie des Frauenhofer Instituts, dass sich die RFID-Technologie bis 2015 zum gefürchteten “Internet der Dinge” entwickelt. Demnach verfügt in Zukunft jeder Gegenstand über einen RFID Chip mit einzigartiger Kennung. Daraus lässt sich theoretisch eine globale Datenbank bauen, die jeden Gegenstand weltweit verorten kann. Hier die Heise-Meldung:
“Das Fraunhofer Institut hat in der neuen Delphi-Studie Experten nach wahrscheinlichen und unwahrscheinlichen Techniken befragt, die zukünftig die menschliche Kommunikation bestimmen werden. Gefragt wurde, wann diese Realität werden können, welche Auswirkungen dadurch zu erwarten sind und welche Hemmnisse einer Realisierung im Weg stehen könnten. Befragt wurden 681 beziehungsweise in der zweiten Runde 481 IT- und Medienexperten.
Die wichtigsten Ergebnisse:
* Das „Internet der Dinge“ wird in nicht allzu ferner Zukunft (2015) für machbar gehalten und soll Auswirkungen auf alle Lebensbereiche haben. Als Haupthindernis werden die Kosten genannt, fachkundige Experten vermuten das größte Hemmnis allerdings im Datenschutz. Einige Kommentare zweifeln die Sinnhaftigkeit eines derartigen Internet an.
* Einweg- und Wegwerfelektronik wird in den nächsten zehn Jahren verwirklicht. Es wird ein neues Entsorgungsproblem entstehen.
* Tatsächlich praktische Datenbrillen oder Retina-Displays sowie leichte Datenhandschuhe als Modeaccessoires halten viele Teilnehmer für kaum realisierbar, wenn sie denn kommen, dann nicht vor 2019.
* Das nicht ganz neue Thema der flexiblen Displays und des Papierersatzes ist und bleibt umstritten. Hohe Kosten und mangelnde Akzeptanz stehen einem Masseneinsatz im Wege.
* Das soziale Web ist zwar auf dem Weg. Bis aber 80 Prozent der Inhalte des Internets als nutzergenerierter Content, als Plattformen für Communities und als Online-Foren bereitgestellt werden, dürften noch etwa 10 Jahre vergehen. Skeptiker gehen eher davon aus, dass ein so großer Prozentsatz nie erreicht wird.
* Die Monopolstellung der großen Softwarehersteller wird ungebrochen bleiben. Die Befragten halten es für sehr unwahrscheinlich, dass für Standardaufgaben eingesetzte Software überwiegend von lokal agierenden Softwarefirmen produziert wird statt von wenigen global agierenden Firmen. Auch wenn die Bedeutung von Open Source Software stark zunimmt, so wird sie wohl die Bedeutung kommerzieller Software nicht übersteigen. Wenn aber doch, so die Studie, dann um das Jahr 2016 herum.
* Bei den Quantencomputer sehen die Expertem große technische Hindernisse. Diese These weist mit dem Jahr 2022 den spätesten Median der gesamten Befragung auf.
* Spracherkennungssoftware zu entwickeln, die eine überwiegende Zahl der Nutzer ohne Training erkennt und dabei eine Trefferquote von mehr als 90 Prozent erreicht, ist nach Ansicht der Experten bis 2016 möglich.
* 2017 wird die Ad hoc-Vernetzung weit verbreitet sein: Wo kein Netz verfügbar ist, vernetzen sich die IT-Komponenten, die in Alltagsgegenstände integriert sind (Embedded Systems) drahtlos untereinander. Ein Feld für die soziologische Forschung und Datenschützer.”
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